Wenn Bestandswerte nicht übereinstimmen: Vom Abweichungsproblem zur finanziellen Kontrolle

Projektübersicht:

Während einer Implementierung von Microsoft Dynamics 365 Finance & Supply Chain Management bei einem global tätigen Hersteller von Schwermaschinen und Nutzfahrzeugen in Adelaide, Australien, trat ein kritisches Problem auf: Die physischen Lagerbestände stimmten nicht mit der finanziellen Bewertung im System überein.

Die Abweichung war erheblich und machte eine grundlegende Diskrepanz zwischen operativer Durchführung und finanzieller Abbildung sichtbar – mit direkten Auswirkungen auf die Verlässlichkeit des Reportings und das Vertrauen in die Zahlen.

Unser Ansatz und unsere Expertise:

Zur Identifikation der Ursachen wurde eine detaillierte Analyse durchgeführt. Dabei wurde schnell deutlich, dass das Problem nicht allein auf Systemkonfiguration zurückzuführen war, sondern auf eine tiefere Fehlabstimmung zwischen den Geschäftsbereichen.

Die Komplexität der Bestandsbewertung war unterschätzt worden, insbesondere im Hinblick auf Bewertungsmethoden, Buchungszeitpunkte sowie das Zusammenspiel zwischen Logistik-, Produktions- und Finanzprozessen. Diese Lücken führten zu inkonsistenten Buchungen und fehlerhaften finanziellen Ergebnissen.

Die Lösung lag nicht in technischen Anpassungen, sondern in der operativen Korrektur. Sowohl Logistik- als auch Finanzteams wurden geschult, um ein gemeinsames Verständnis für die Funktionsweise der Bestandsbewertung in D365 zu schaffen.

Produktionsprozesse wurden an die finanzielle Logik angepasst und eine strikte Disziplin hinsichtlich Buchungszeitpunkten und Genauigkeit eingeführt. Dadurch spiegelte das Systemverhalten die tatsächlichen Abläufe korrekt wider und Abweichungen wurden direkt an der Quelle eliminiert.

Das Ergebnis?

Durch die Behebung auf operativer Ebene wurde die vollständige Übereinstimmung zwischen physischen Beständen und finanzieller Bewertung wiederhergestellt. Die Finanzdaten wurden verlässlich und prüfbar, wodurch eine korrekte Berichterstattung und fundierte Entscheidungen möglich wurden.

Noch wichtiger war jedoch, dass das Unternehmen wieder Vertrauen in sein System gewann. Bestandswerte wurden nicht mehr infrage gestellt, und Finanz- sowie operative Bereiche arbeiteten auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses der zugrunde liegenden Logik.

Bestandsbewertung ist keine reine Konfigurationsaufgabe – sie ist das Zusammenspiel von operativen Abläufen, Finanzlogik und Systemdesign. Bei fehlender Abstimmung führt sie zu unzuverlässigen Daten und Kontrollverlust. Richtig umgesetzt bildet sie die Grundlage für finanzielle Genauigkeit und Vertrauen im Unternehmen.

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